Freitag, 23. Dezember 2011

Vang Vieng - Tubing, Lao Lao, Beerlao, Friends, American Dad und Baguettes

Ca. 90% der Besucher kommen zum tuben nach Vang Vieng. Von daher muss ich an dieser Stelle wohl mal kurz "tuben" / "Tubing" erklären: Der Tuber / die Tuberin, leiht sich am Morgen einen Tube (englisch: Schlauch - in diesem Fall der Schlauch eines LKW-Reifens) und lässt sich mit diesem in einem Tuk Tuk 5km flussaufwärts fahren. Dort lässt man seinen Tube zu Wasser und treibt den Fluß hinab.

Mutti, Omis, lieber Arbeitgeber - für euch geht es im übernächsten Absatz weiter. Vielen Dank für euer Interesse!

So, jetzt da wir unter uns sind: Sobald man den Tube zu Wasser gelassen hat, dröhnt einem auch schon die Musik der ersten Bar entgegen und junge Menschen, die maximal ein Singlet am Oberkörper tragen (in den meisten Fällen aber eher Bodypainting) feiern am Ufer. Nachdem man sich mit einem Seil an Land hat ziehen lassen, erhält man erstmal einen LaoLao Whisky Shot aufs Haus (was in anbetracht der Tatsache, dass der Whisky im Einkauf die Bar nicht einmal 50 Cent pro Flasche kostet lediglich eine Gefahr für die Leber des Konsumenten und keinesfalls die Finanzen der Bar darstellt). Dazu gibt es bei jedem Bar-Besuch ein obligatorisches Freundschaftbändchen. Und es gibt hier in Vang Vieng zahlreiche Exemplare (zumeist englischer und australischer Herkunft), deren Arme so voll mit Armbändchen sind, dass Wolfgang Pettry seine Karriere noch bis ins Jahr 2038 hätte fortsetzen müssen, um aufzuschließen. Das Bier (0,5 l) ist für ca. einen Euro erhältlich und das kleine Eimerchen Whisky-Cola ab 3 Euro. Longdrinks die nicht unweigerlich zum Erblinden oder Leberexitus führen sind nur unwesentlich teurer. Naja, die Auswirkungen dieser Geldbeutel freundlichen Preisgestaltung könnt ihr euch sicher ausmalen.
Die beschriebene Übung (Tube besteigen, sich an Land ziehen lassen, feiern) wird dann so oft wiederholt bis die Sonne untergeht. Oder wenn einem all das zu viel Schnick Schnack ist, dann macht man es einfach wie Rachel und ich, lässt den Tube Tube sein und lässt sich gleich zu den Bars fahren, wo man bis zum Sonnenuntergang feiern kann, da man ja kein Tube zurückbringen muss.


Tubes on the roof and in the back of the Tuk Tuk - Ready to go!

Somehow this scene remindes me of Apocalyse now! (The scene when they arrive at Kurtz's camp)
Perfect! That spot seems to be reserved for us.
Wearing a singlet for the first time since many years - weird at first, but soooo comfortable.
Mutti, Omis, lieber Arbeitgeber, schön euch nun auch wieder als meine geschätzten Leser begrüßen zu dürfen. Vang Vieng hat noch viel mehr als Tubing zu bieten - und dabei rede ich nicht vom Ort selber, der fast ausschließlich aus Gästehäusern und Chill-Out-Bars besteht, die den gesamten Tag (ohne Unterbrechung) Episoden von Friends oder American Dad zeigen und die hungrigen Massen mit Baguettes versorgen.
Vang Vieng ist von einer idyllischen Landschaft aus Flüssen, Wäldern, Feldern und Karst Felsen umgeben und innerhalb weniger Gehminuten aus dem Ort hinaus fühlt man sich wie in einer anderen - besseren - Welt. Zudem kann man auf dem Fluß auch ohne Party (ja okay, Mutti, Omis, lieber Arbeitgeber im oberen Teil ging es genau darum) eine Menge Spaß haben.
So haben Rachel und ich eine kombinierte Tubing / Kajak Tour gemacht, wobei das Tubing in diesem Fall einige Kilometer flußaufwärts stattfand und sich ausschließlich auf das beschränkte, was ALLE von euch geschätzten Lesern weiter oben erklärt bekommen haben. Fluß, tolle Landschaft und sich einfach von der Strömung treiben lassen. Die Partymeile auf dem Fluss wurde im Anschluss mit Kajaks bewältigt und ich musste mich wirklich in die Ruder legen, um uns dort hindurch zu navigieren, ohne dass Rachel ihren britischen Genen nachgeben und eine der Bars ansteuern konnte.

The surrounding of this little crazy town was rather lovely
Our personal guides prepare the equipment
Floating...
... floating and wondering how wonderful life can be
Rachel's personal oarsman

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Vientiane (Laos) - Ein nettes Städtchen - nur an diesem WE ein bisschen verrückt!

Per Nachtzug haben Rachel, die mich die nächsten 10 Tage begleiten sollte, und ich Bangkok verlassen (ein wenig wehmütig war ich schon) und und auf den Weg nach Laos gemacht. Dort erreichten wir gleich hinter der Grenze unsere erste Station - Vientiane, die Hauptstadt des Landes. Vientiane ist für Süd-Ost-Asien eine extrem relaxte Stadt und aktuell dabei sich in eine wirkliche Schönheit zu verwandeln. So wird derzeit eine breite Promenade entlang des Mekongs fertiggestellt, auf der Abends ein Nachtmarkt stattfindet.
Dank der vielen Botschaften und dem damit verbundenen Geld, dass in die Stadt wandert, sieht man in der Stadt zahlreiche exklusive Sportwagen, die vor schicken Cafés parken und trotzdem erhält sich die Stadt einen gemütlichen Charme, der sogleich Lust macht dieses Land zu entdecken.

Thousands of Buddha statues lined up in tempel
Monks chilling on the new promenade at sunset
The "commies" don't like their Arc de Triomphe. An official inscription calls it "a giant monster of concrete"
View from a cafe - relaxed. Very relaxed
Vientiane versprach also genau das zu werden, was man nach 10 Tagen in Bangkok braucht, eine Oase der Ruhe, voller Kultur und netter Cafés. Ach ja, eine nette Rooftop-Bar gab es auch und Rachel und ich beschlossen diese für einen Gin Tonic zum Tagesausklang anzusteuern. Und von diesem Moment an lief alles anders als erwartet... Plötzlich standen wir mit zwei älteren australischen Herren an einem Tisch, die sich als die Trainer der philippinischen Damen-Rugby-Nationalmannschaft entpuppten - Sind wir übrigens nicht von selbst drauf gekommen. Und so erfuhren wir, dass Vientiane ausgerechnet an diesem Wochenende den Mittelpunkt des sportlichen Weltgeschehens darstellen sollte. Denn neben dem Damen-Rugby-Turnier (mit Laos, Thailand, Philippinen und China), sollten zudem ein internationales Aussie-Rules-Football Turnier und ein Netball-Turnier (Mädchen-Basketball) stattfinden. Und somit hatten wir gleich die Auswahl zwischen drei Sportarten, die mindestens genauso exotisch sind wie die teilnehmenden Nation. Die beiden Rugby-Coaches (Brant & Matt) heuerten uns sogleich als ihre persönlichen Assistenten an (was heisst, wir sollten doch am nächsten Tag bitte auch für sie ein paar Bier aufs Turniergelände schmuggeln) und unser Plan für den nächsten Tag war gemacht.

Nachdem wir am folgenden Tag kurz beim Netball-Turnier vorbeigeschaut hatten, ging es dann zum eigentlichen Höhepunkt, dem Rugbyturnier und es war eine echt tolle Atmosphäre. Die Mädchen waren mit vollem Herzblut bei der Sache und selbst blutende Kopfverletzungen und ein gebrochenes Schlüsselbein (in Kombination mit einer Familienration Schmerztabletten) konnten ihnen den Spaß nicht verderben. Das ist echter Sportsgeist! Die Fakten: Die Philippinas besiegten Laos in einem umkämpften Spiel und die chinesischen Spielerinnen (ich hätte mich hinter jeder von ihnen vollständig verstecken können) überrannten Thailand.
Pure excitemement on the grandstand

The girls were delivering a great show - Good sport!
Lao's fan crowd
The girls had a lot of fun - That's what sport is about
Oh yeah, and this is what sport is about as well
Having a beer in the media area, it felt a bit like home
Am Abend wollten wir dann eigentlich mit den philippinischen Spielerinnen losziehen, doch hatten diese sich bereits früh am Abend mit einigen Flaschen Whiskey aus dem Siel genommen und so landeten Rachel und ich schließlich mit den Rugby-Funktionären an einem Tisch. Diese waren mehr als dankbar dafür Rugby mal Rugby sein zu lassen zu können und sich an meinen Reisegeschichten und Rachels Aussehen zu erfreuen. Einer dieser beiden Faktoren führte dann auch dazu, dass wir auf Kosten der Rugby-Jungs zur Disco in einem der Luxushotels gefahren wurden, den Eintritt bezahlt bekommen haben und uns auch nicht um Drinks kümmern mussten. Dass dies wohl - dank Stehtischen auf der Tanzfläche, grottigem DJ und und einem Männeranteil von 90% (sämtliche Aussie-Rules-Football Spieler) - die mieseste Disco war, die ich je besucht habe (und ich habe einige miese Discos besucht), setzte diesem skurrilen Tagen dann aber nur noch die Krone auf.

Freitag, 16. Dezember 2011

Bangkok (Thailand) - Mein zweites zu Hause

Inklusive dieser Reise habe ich in Bangkok in den letzten 4 Jahren ca. 20 Tage verbracht. Damit ist Bangkok nach Düsseldorf, Remscheid, Hamburg und unglücklicher Weise auch Wiesbaden die Stadt in der ich in den letzten 4 Jahren am meisten Zeit verbracht habe.
Und ich mag diese chaotische Metropole, ich mag sie wirklich. All der Verkehr, all die Straßenstände, die Kakophonie von kleinen Menschen, die einem Anzüge, Rasseln, gefälschte ID.Karten, Tuk Tuk Fahrten und Alkohol verkaufen wollen. Das melodische "Mister, Masage?" Der Geruch von brutzelndem Hühnchenfleisch an jeder Ecke, betrunkene Engländer um 11 Uhr Vormittags, der riesige Chatu-Chack Markt am Wochenende, natürlich mein geliebtes NapPark Hostel, das mir wieder ein geschätzter Ruhepool in dieser - ja, doch leicht wahnsinnigen - Stadt war. Und natürlich die Menschen... Ganz gleich ob es die Backpacker aus meinem Hostel waren, mit denen man spontan die Stadt erkundet oder die Khao-San Road unsicher gemacht hat oder die Einheimischen, die diese verrückte Stadt auf sympathische Art und weise widerspiegeln. Da wären z.B. die Blumen verkaufenden Mädchen, die sich im Alter von teilweise erst 7 Jahren Mitten in der Nacht über die Khao San Road laufen, locker Schwätzchen mit sturzbesoffenen Backpackern halten, als wenn sie sich schon ihr Leben lang in Bangkoks Nachtleben rumtummeln (was wohl auch der Fall ist) und diese zu einem Duell "Stein, Schere, Papier" einladen, bei dem der Sieger (in 90% der Fälle das Blumenmädchen) 50 Cent gewinnt. Oder meine Masseurin, mit der ich ich bei insg. 4 Besuchen so gut unterhalten habe, dass meine schweizer Reisebekanntschaften, die ich in Bangkok wiedergetroffen hatte und die im Pavillon neben mir lagen, sich über die Geräuschbelästigung (es handelte sich hierbei ausschließlich um Gelächter ;)) beschwert haben.


Khao San Road by day...

... and by night
Und dann wäre da natürlich noch das Essen. Ach das Essen...
Thai Food an sich ist ja schon ein Volltreffer, aber in Bangkok gab es dann nach den Entbehrungen in Myanmar auch mal wieder westliches Essen und zwar so wie es schmecken muss. Döner auf der Khao San Road, Steinofen-Pizzas und ach ein Schnitzel Wiener Art gab es endlich mal wieder.
Und naja, auch Heuschrecken und Mehlwürmer gab es und die waren gar nicht mal so übel.

Finally I could eat some fresh Döner again


Thai-Food from the street stalls. Maybe the best value you can buy for money.
 
Crunchy, tasty and handy - not a bad snack after all

Yes, I did it again...

Einziger Wehrmutstropfen... Ich war nun endlich mal bei einer Ping Pong Show... Leider einer ganz ganz schlechten... Wirklich fies... Wollte nach 15 Minuten nur noch Heim... Kann vielleicht nie wieder Tischtennis spielen... Rasierklingen benutzen fällt auch schwer... Von Plastikblumenketten bekomme ich Ausschlag... Und ich bin froh, dass ich an meinem nächsten Geburtstag nicht daheim bin und es somit keinen Kuchen mit Kerzen zum auspusten gibt... Nun ja, wenigstens die Tuk Tuk Fahrt mit 20 Leuten in 4 Tuk Tuks war ein Riesenspaß. Hatte was von Mario Kart.


In the middle of the night little flower girls challange travellers

Partying with a bunch of wonderful people - All of us just met 5 hours before.